Leben 17 – Freitag, 18.05.07
Running Dinner – Rudi
Der neueste Schrei aus New York? Groovy! Hip! Aber es ist (für uns) nicht der neueste Schrei aus New York, sondern aus dem bodenständigen Rheinhessen. *liebevolles Kompliment*
Da gibt es doch eine kleine Gemeinde, in der Privatpersonen einmal im Jahr – und wirklich nur einmal im Jahr, damit es etwas besonderes bleibt – folgendes Event ausrichten:
Zunächst wird der Termin festgelegt. An diesem Termin findet ein mehrgängiges Abendessen statt. Für die jeweiligen Gänge trifft man sich in Kleingruppen in Privatwohnungen. Anschließend wird in einem größeren Veranstaltungsraum eine gemeinsame Party aller Teilnehmer veranstaltet.
Nach Anmeldung zu diesem Event wird dann per Los entschieden, wer welche Gänge ausrichtet und hierfür kocht. Wer in irgendeinem Gang gerade nicht als Gastgeber eingeteilt ist, wird ebenfalls per Los den verschiedenen Gastgeberinnen und Gastgebern zugeordnet. Für jeden Gang unterschiedlich. Paare getrennt!
Super Idee, insbesondere für neu Hinzugezogene oder für die, die nach 20 oder mehr Jahren jetzt doch mal ihre Nachbarn kennen lernen wollen.
Running Dinner heißt das ganze. “Running”, weil man zwischen den Gängen von einem Haus zum anderen läuft, rennt.
Eine Art Blind Date für Kulinariker. Eine Art Swinger Club für Gourmets. Networking ohne Internet. Das hat was.
Bevor ich den Artikel schrieb – ich ahnte es schon – habe ich mal im Netz nachgeschaut: „Running Dinner“ ist für mich zwar sehr neu (Aufnahme in den aktiven Sprachschatz: gestern), der Begriff ist laut Wikipedia aber inzwischen ein eingetragenes Warenzeichen. Es gibt wohl inzwischen Personen, die z.B. den Begriff „Rudi“ für diese Veranstaltung wählen, um zu vermeiden, dass Lizenzgebühren fällig werden.
Wir sprühen vor Kreativität
Graffity, im Sinne von illegaler Beschmutzung von Oberfächen, ist ein Delikt, das ich eher der Sachbeschädigung zuordne als dass ich da etwa etwas künstlerisch Wertvolles drin sähe.
Aber wie verhält es sich, wenn diese Sachbeschädigung an einem Schaltschrank, vermutlich der Telekom, entdeckt wird, ein Schaltschrank, der einsam auf weiter Flur steht? Und wenn die Graffity den schönen Spruch preisgibt: „Wir sprühen vor Kreativität.“
Darf hierüber geschmunzelt oder gelacht werden? Ist dies nicht doch eher die Stunde, wo man besser Ober- auf Unterlippe presst und sich empört, ob der Verschmutzung fremden Eigentums? Wo ziehe ich die Grenze, mich über Verbotenes oder über Delikte zu amüsieren? Ja, ich habe geschmunzelt über dieses Motto, ich gebe es zu, um im gleichen Atemzug zu realisieren, dass das nicht okay ist.
* gespannt auf Eure Meinung bin *
© Ulf Runge, 2007


Rudi – das ist eine klasse Idee. Wieviele Einwohner hat das Örtchen denn?
Und das mit dem kreativen Sprühen … wenn’s hübsch aussieht, dann ist es doch okay. So ein Kasten von der Telecom … na ja, der ist bestimmt kein Design-Meisterwerk.
Lieber Gruß von Renate
Keine 2000 Einwohner, sagt Wikipedia.
Renate, danke für Dein Feedback!
Liebe Grüße, Ulf